Wildpark-News

Im Wildpark Schwarzach leben Bienenvölker

Maja, Willi und die anderen

In seinem Imkeranzug mit der Schutzhaube sieht Imker Bernhard Keilhauer ein bisschen aus wie ein Astronaut. Heute ist er im Wildpark Schwarzach zugange, um ein unternehmungslustiges Bienenvolk vom Schwärmen abzuhalten.

[GEJ] „Die Bienen signalisieren ihrer Königin, dass sie schwärmen, also sich ein neues Zuhause suchen wollen“, sagt Bernhard Keilhauer. Es ist kein Brutraum mehr da, wo Eier abgelegt werden können. Die Bienen wollen aber Nachwuchs züchten. Sie arbeiten also nicht weiter an den Honigwaben, sondern fordern die Königin auf, sich anderswo niederzulassen, wo es mehr Platz für Bienenwaben gibt.“

Gute Pflege im Wildpark
Die Gegenmaßnahme ist einfach: Bernhard Keilhauer entfernt die vollen Brutrahmen mit den Honigwaben und legt neue Brutrahmen in den Stock. Die Bienen können weitermachen und haben keinen Grund mehr, den Bienenstock zu verlassen. „Jedes schwärmende Volk ist ein verlorenes Volk“, begründet der Imker die Unterdrückung des Schwarmtriebs. „Es gibt nämlich einen Schädling, die Varroamilbe. Sie schwächt die frei lebenden Bienenvölker so stark, dass sie eingehen.“ Da ist es schon besser, im Stock zu bleiben, denn hier bekämpft Imker Keilhauer umsichtig den Nährboden für Milben. Durch die gute Pflege gedeihen die Bienen und fühlen sich wohl.

Leckerer Bienenhonig

Viel Verkehr auf der Wabe.
Viel Verkehr auf der Wabe.

„Zur guten Pflege gehört auch die Nahrung für die Bienen“, erklärt Bernhard Keilhauer. „Ich lasse den Bienen Honig zur Ernährung und gebe allenfalls etwas Zuckerwasser dazu.“ Zweimal im Jahr wird dann der Honig geschleudert. Im Mai war es wieder so weit. Der Imker holte die fertigen, von den Bienen mit Wachs verdeckelten Rahmen aus dem Stock. Dabei kann er durch die Farbe (dunkle Waben – Brutwaben, helle Waben – Honigwaben) genau erkennen, welche Rahmen sich zur Honigproduktion eignen. „Anfang April wog der Stock 50 Kilo, zuletzt Ende Mai waren es 103 Kilo. Mehr als 50 Kilo zusätzliches Gewicht haben sich also durch neue Bienen, Honig, Waben und Pollen angesammelt.“ 20 bis 25 Kilo Honig erbringt jeder Stock pro Jahr, 5 Stöcke à 50.000 Bienen leben im Wildpark. Als Imker wird man nicht reich, aber der Umgang mit den Bienen und die Freude, gesunde Bienenvölker zu begleiten, sind der schönste Lohn.

Gut organisiert
Kaum eine Tierart ist so gut organisiert wie die Bienen. Es gibt drei Berufe, nämlich Bienenkönigin, Arbeitsbiene und Drohne. Die meisten Tiere sind weibliche Arbeitsbienen. Sie schlüpfen nach 3 Wochen aus einem von der Königin befruchteten Ei und beginnen sofort mit ihrer Arbeit. Je nach Alter sind sie für unterschiedliche Arbeiten zuständig. Nach dem Schlüpfen säubern sie als erstes die Wabenzellen. Ab einem Alter von etwa 6 Tagen sind sie für die Fütterung der Larven und der Königin zuständig und nach ein paar weiteren Tagen helfen sie beim Bau der Bienenwaben. Danach wird die Biene als Wächterin für die Verteidigung des Bienenstocks eingesetzt, und schließlich verbringt sie ihr restliches Leben als Sammlerin von Nektar, Pollen und Wasser und als Honigproduzentin. Nach vier bis acht Wochen ist das kurze Leben der Arbeitsbiene schon wieder vorbei.

Der Rauch stellt die Bienen ruhig und erleichtert dem Imker die Arbeit am Bienenvolk.
Der Rauch stellt die Bienen ruhig und erleichtert dem Imker die Arbeit am Bienenvolk.

Ein kurzes Drohnenleben
Neben den Tausenden von Arbeitsbienen gibt es pro Bienenvolk einige Hundert männliche Bienen, die Drohnen. Sie schlüpfen im Frühsommer nach 24 Tagen aus von der Königin gelegten Eiern, die unbefruchtet sind. Die Drohnen haben nur eine einzige Aufgabe in ihrem Leben: die Begattung der Königinnen. Dazu werden sie von den Arbeiterinnen gefüttert, bis sie nach etwa 10-14 Tagen geschlechtsreif sind. Dann verlassen sie den Bienenstock, paaren sich mit den jungen Bienenköniginnen auf deren Hochzeitsflug und sterben danach. Drohnen, die zu Beginn des Herbstes noch leben, werden von den Arbeiterinnen aus dem Bienenstock herausgejagt und sterben ebenfalls.

„Brutmaschine“ Bienenkönigin
Pro Bienenvolk gibt es nur eine einzige Königin. Sie ist die einzige Biene im Volk, die Eier legt. Deshalb ist sie verantwortlich für das Fortbestehen der Bienen und stellt somit das Zentrum des Bienenvolks dar. Genau wie Arbeiterinnen schlüpfen junge Königinnen aus befruchteten, von der alten Königin gelegten Eiern, die sich allerdings in speziellen Zellen der Bienenwaben befinden, den Weiselzellen. Die Entwicklungszeit dauert 16 Tage. Ein bis zwei Wochen nach dem Schlüpfen paaren sie sich mit männlichen Bienen. Danach beginnt die Königin mit ihrer eigentlichen Aufgabe: der Eiablage. Die Bienenkönigin kann bis zu 2000 Eier pro Tag legen! Sie stirbt nach spätestens 5 Jahren, oft wird sie jedoch schon früher von einer jungen Königin ersetzt.

Die Ernährung der Larve macht´s

Imker Keilhauer bei der Pflege seiner Bienen.
Imker Keilhauer bei der Pflege seiner Bienen.

Bienenköniginnen werden durch das gesamte Larvenstadium bis ins Erwachsenenalter mit „Gelée royale“ gefüttert, einem speziellen Saft, der von der Arbeiterbienen hergestellt wird. Die Arbeiterinnen selbst hingegen bekommen Gelée royale nur anfangs und werden danach mit Pollen und Nektar ernährt. Die Entwicklung zur Königin geschieht allein durch die andere Ernährung.

Warum Bienen?
Bienen und Pflanzen bilden eine wunderbare Lebensgemeinschaft: Bienen brauchen den Nektar der Pflanze als Nahrung zum Überleben, Pflanzen brauchen einen Bestäuber, um ihre Pollen zu verbreiten und sich so zu vermehren. Dabei spielt die Honigbiene die größte Rolle: Sie bestäubt fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen. Die restlichen 20 Prozent gehen auf das Konto von Hummeln, Fliegen, Wildbienenarten, Schmetterlingen und anderen Insekten. Die Bestäubung von Nutzpflanzen durch Bienen verbessert auch die Qualität der Früchte. Kulturpflanzen wie Kakao, Vanille und Maracuja sind zu 100 Prozent auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Bei Stein- und Kernobst steigert die Insektenbefruchtung den Fruchtertrag um 40 Prozent. Ohne Bienen keine Pflanzen, ohne Pflanzen keine Nahrung, so einfach ist das. Deshalb ist das weltweite Bienensterben der vergangenen Jahre eine ökologische Katastrophe. Gut, dass es Imker gibt, die so sorgfältig auf gute Bienennahrung und Lebensbedingungen der Bienen achten. Für die Wildpark-Bienen wurde extra ein Pflanzengarten angelegt. Wer in den Wildpark kommt, kann sie dort summen und brummen hören.

Die Infos über das Bienenleben stammen aus www.simplyscience.de

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