Tierische-News: Gemeinde Schwarzach

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Der „Baumflüsterer“ war da

Autor: Alexander Lingsch
Artikel vom 23.06.2016

(GEJ) Jetzt aber schnell laufen und raus aus dem Gehege! Baumkontrolleur Jürgen Schmitt und sein Mitarbeiter nehmen gerade die Daten der Bäume im Yakgehege auf, und die Yaks fühlen sich gestört. Sie rennen plötzlich in Angriffshaltung auf die beiden Männer zu, die Hörner gesenkt, full Speed. Jürgen Schmitt bleibt nichts anderes übrig, als fluchtartig das Gehege zu verlassen. Auf eine Begegnung mit den spitzen, gebogenen Yakhörnern will er es nun wirklich nicht ankommen lassen.

Normalerweise geht es bei der Arbeit von Jürgen Schmitt aber ruhig zu. Der Sachverständige nimmt systematisch Bäume in Augenschein, um Schäden an Wurzel, Stamm oder Krone zu finden. Diesmal im Schwarzacher Wildpark, denn Schäden würden möglicherweise die Sicherheit der Besucher gefährden. Bei etwa 1.000 bis 1.200 Bäumen, 4 Bäume pro Stunde, ist das also eine Arbeit von etwa acht Wochen. Danach rücken die Baumpfleger an, um Äste auszuschneiden und morsche oder kranke Bäume zu fällen.

Jürgen Schmitt misst die Höhe und den Umfang jedes Baumes, schaut sich die Kronenbreite an und beurteilt den Zustand des Baumes nach Kategorie 1 – gesund bis leicht geschädigt – oder Kategorie 2 – stärker geschädigt. Die Sandbirke, die er sich gerade vorgenommen hat, ist zwar schief gewachsen, hat aber eine lange, ausladende Krone und ist mit vielen Blättern sichtbar vital. Also Kategorie 1. Lediglich ein toter Ast muss demnächst entfernt werden, denn die Birke steht im Bereich einer Kinderrutsche. Sicherheit ist da absolut verpflichtend.

Alle wichtigen Parameter tippt Jürgen Schmitt in sein elektronisches Aufzeichnungsgerät, das für ein „Visual Tree Assessment“ unentbehrlich ist. Er erklärt, woran man einen kranken Baum erkennen kann: Beschädigte Rinde, Löcher im Stamm und aus dem Baum krabbelnde Ameisen wären ein Anzeichen für Baumschäden. Ein sichtbarer Pilz am Baum oder eine Verdickung am Stammfuß wäre ebenso verdächtig, denn dahinter steckt meist ebenfalls ein Pilz, der sich vom Baum ernährt. Braunfäule, Weißfäule oder Moderfäule als Schäden nach Pilzbefall bedeuten meist das Ende eines Baums. Der Baumkontrolleur würde dann mit weiteren Untersuchungen herausfinden, wie krank der Baum schon ist und ob er gefällt werden muss

Jürgen Schmitt ist nicht wirklich ein Baumflüsterer, aber Respekt vor Bäumen hat er schon: „Hier im Schwarzacher Wildpark gibt es wunderbare alte Bäume, die besondere Sorgfalt verdienen“, sagt er. „Da gibt es beispielsweise eine ganze Gruppe etwa 30 Meter hoher Espen oder auch eine alte Stieleiche im Rotwildgehege. Bäume machen einen Teil der schönen Wildpark-Atmosphäre aus.“ Gut, dass es Baumexperten wie Jürgen Schmitt gibt, denn nicht nur die Tiere, auch die Bäume brauchen Pflege.

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