Tierische-News: Gemeinde Schwarzach

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So ein Schweineleben!

Autor: Alexander Lingsch
Artikel vom 20.05.2016

Bunte Bentheimer Schweine –
eine gefährdete Tierrasse fühlt sich wohl im Schwarzacher Wildpark

(GEJ) Ein kleines Drama spielte sich vergangenen Spätherbst im Schwarzacher Tierpark ab: Bingo, der 250 Kilo schwere Eber aus der Rasse der Bunten Bentheimer Schweine, wurde von den beiden Sauen getrennt und in einen eigenen Stall „verbannt“. Tierpfleger Martin Pfeil wollte den Schweinedamen Cleo und Miri Erholungszeit gönnen, damit sie nicht ständig trächtig werden. Aber Bingo hatte keine Lust auf Enthaltsamkeit, Bingo wollte zu seinen „Mädels“! Das Problem war ein dicker Baumstamm, der im Schweine-Freigelände zwischen Bingo und den Damen lag. Aber Bingo überwand den Baumstamm, und am nächsten Tag tummelten sich die drei einträchtig auf der „Frauenseite“. Daraufhin erhöhte Martin Pfeil das Hindernis durch einen Strom führenden Draht. Doch Bingo war pfiffig, legte isolierendes Stroh auf den Draht und war flugs wieder bei seinen Mädels. Der Erfolg zeigte sich im Frühjahr: Fünf Ferkelchen kamen nach knapp viermonatiger Tragezeit zur Welt, wurden von ihrer Muttersau Cleo gesäugt und bewacht. Der Tierpfleger kam in dieser Zeit nicht an die Sau heran, denn das Muttertier achtete wehrhaft darauf, dass keiner ihren Ferkelchen zu nahe kam. Jetzt sind die Bentheimer Schweinchen schon kräftig gewachsen und haben eine Menge Gewicht zugelegt. Bald werden sie in gute Hände abgegeben, denn sonst wird die Schweinefamilie zu groß.

Die Rasse „Buntes Bentheimer Schwein“ hätte fast ein viel größeres Drama erlebt und wäre ausgestorben, denn das genügsame Landschwein kam in den 1960er- bis 1980er-Jahren aus der „Mode“. Seine guten Eigenschaften, die Anspruchslosigkeit, Stressresistenz und die guten Mutterqualitäten, waren nicht mehr gefragt. Die Schweinerasse hatte einen Nachteil, nämlich die dicke Rückenschwarte. Kaum jemand wollte noch fettes Schweinefleisch essen. Also kümmerten sich die Schweinezüchter um magere Rassen. Das Bunte Bentheimer Schwein wurde nur noch auf einem einzigen Hof gezüchtet. Heute sorgt der gemeinnützige Verein zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines e.V. dafür, dass die alte Landrasse wegen ihrer kulturhistorischen Bedeutung, als Genreserve und wegen der Anspruchslosigkeit der Tiere langfristig erhalten wird. Aber auch im Schwarzacher Wildpark gibt es die Rasse noch, ein aktiver Beitrag zur Erhaltung des Bunten Bentheimer Schweines.

Bingo, Cleo und die Schweinedame Miri wissen von diesem Hintergrund nichts. Sie führen einfach ein Schweineleben und suhlen sich am liebsten im Schlamm. Denn mit einer Kruste aus festgebackenem Schlamm sind die Tiere ganz gut vor Stechmücken und Zecken geschützt. Wenn es mal zu lange trocken ist, bekommen sie eine Wasserdusche vom Tierpfleger, was sie sehr genießen. Leckeres Gemüse und Kartoffeln auf dem Speiseplan, Auslauf im Freigelände, ein Rückzugsort im Stall, der regelmäßig ausgemistet wird – was will man mehr? Grunz!

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